Behandlung von Narben und diversen Komplikationen ästhetischer Eingriffe

Behandlung von hypertrophen Narben
Chirurgische Narben z.B. nach Kaiserschnitt, Knie-Operationen oder nach Brustvergrösserungen können durch die Gewebespannung manchmal unschön vergrössert sein. Hier kann das Narbengewebe durch Behandlung mit Enzymen und Peptiden reduziert werden.

Behandlung von hypotrophen Narben
Narben mit vermindertem Volumen und dünner Haut entstehen vor allem bei ausgeprägter Akne oder nach Platzwunden im Gesicht. Durch Behandlung mit Peptiden (z.B. Sunekos) kann das Gewebe gestärkt und die Sichtbarkeit der Narbe minimiert werden.

Filler-Migration / overfilled face / Tyndall Effekt
Fillerkomplikationen sind vielfältig. Vor allem wenn Filler migriert, oder es nach wiederholter Behandlung zu einem „overfilled face“ Syndrom kommt, kann der Filler mit Hyaluronidase unter Ultraschallkontrolle aufgelöst werden.

Schwellungen in der Tränenrinne
Die Tränenrinne ist der häufigste Ort für Fillerkomplikationen. Meist kommt es dabei zu Migration von Filler bzw. zu Schwellung und Ödemen im Bereich der Tränenrinne. Bei Verwendung ungeeigneter Filler für die Augenregion kann es auch zum Tyndall-Effekt (blaues Durchscheinen des Fillers) kommen. Abhilfe ist das Auflösen des Fillers mit Hyaluronidase.

Persistierende Hämatome
In seltenen Fällen kann es bei Hämatomen nach Behandlung mit Fillern oder Biostimulatoren zu einem Persistieren (Andauern) der Hämatome kommen. Dies vor allem durch Einschluss der Blut-Abbauprodukte im neu gebildeten Kollagen-Netzwerk. Dadurch können die Hämatome über mehrere Monate hinweg sichtbar bleiben. Um den Abbau zu beschleunigen kann mit diversen Enzymen (v.a. Collagenasen) behandelt werden, die das Gewebe zum Umbau anregen.

Filler-Granulome und Immunreaktionen
Fillergranulome sind in der Regel nicht akut infizierte Abkapselungen von Filler, die durch eine Immunreaktion entstehen. Es besteht dabei immer die Möglichkeit eines low-grade Infekt im Rahmen eines Biofilms. Deshalb sollte beim Auflösen des Fillers immer auch eine antibiotische Begleittherapie in Betracht gezogen werden.

Früh- und Spätinfekte von Hyaluronsäurefillern
Da der Filler Fremdmaterial im Körper darstellt, können sich dort Bakterien innerhalb eines Biofilms eine Nische schaffen, in der sie vom Immunsystem nicht erkannt werden. Je nach Auftreten der Komplikation handelt es sich um einen Früh-Infekt (meist behandlungsbedingt) oder einen Spätinfekt (Streuung von Bakterien über das Blut, z.B. nach Dentalhygiene etc.). Die Behandlung besteht aus raschem Auflösen des Fillers in Kombination mit einer Breitband-Antibiotika-Therapie.

Granulome nach Biostimulatoren (z.B. Sculptra etc.)
Nach Behandlung mit Biostimulatoren können durch ungenügende Verteilung im Gewebe oder durch eine überschiessende Immunreaktion sogenannte Granulome (Knötchen) entstehen. Diese sind in der Haut tastbar oder sogar sichtbar. Je nach auslösendem Produkt gibt es verschiedene Möglichkeiten der Behandlung. Diese reicht von Radiofrequenztherapie und Subzision mit einer Kanüle bis hin zum Auflösen der Knoten mit Enzymen, einem Steroid oder 5-FU.